20.03.18 | Nach seinem fulminanten Titelgewinn bei den Westdeutschen Meisterschaften war Colin Huber für das bundesoffenes Sichtungsturnier des Deutschen Judobundes für die männliche Jugend der Altersklasse U15 am 17. März in Backnang nominiert worden. Insgesamt nahmen über 200 Nachwuchstalente an dieser hochkarätigen Maßnahme des nationalen Spitzenverbandes teil

botu15_backnang_17-3-18Dass sich Huber bei seiner ersten Teilnahme und als jüngster Jahrgang gleich auf das Treppchen kämpfen würde, konnte nicht unbedingt erwartet werden. Das Ausnahmetalent ging daher ohne Erwartungsdruck auf die Matte und machte seinen „Job“ hervorragend. Das Abenteuer begann bereits am Freitag, denn alle Nominierten aus NRW fuhren gemeinsam mit dem Bus ins Ländle, mit der Silbermedaille im Gepäck trat Huber Samstagabend die Heimreise an. Damit machte sich der noch 11-Jährige für sein bevorstehendes Wiegenfest am Sonntag selber ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk.

Obwohl Judoka aus dem gesamten Bundesgebiet auf dem Turnier vertreten waren, hatte es Huber nach der Auslosung fast ausschließlich mit Kämpfern aus Baden-Württemberg zu tun. In den ersten beiden Begegnungen gegen Alexander Stromberger und Philipp Pilz konnte keiner der Kämpfer in der regulären Kampfzeit entscheidend punkten, Huber setzte sich aber beide Male in der Verlängerung (Golden Score) mit entschlossenen Wurftechniken durch. Dann stand ihm Alexander Lähr aus dem eigenen Judoverband gegenüber. Im Stand war Huber zwar dominant, sein Gegner konnte aber alle Wurfansätze parieren. Es entwickelte sich ein Bodenkampf und der TGler beendete die Auseinandersetzung mit einem Haltegriff, der den vollen Punkt (Ippon) brachte, zu seinen Gunsten. In der Vorschlussrunde war gegen Mark Zeiss wieder ein hartes Stück Arbeit angesagt. Erneut musste man in die Verlängerung, doch auch nach nunmehr sechs Minuten konnte kein Sieger ermittelt werden. Es kam zum Kampfrichterentscheid, der einstimmig für den Münsteraner ausfiel. Er zeigte variantenreiches und offensives Judo, während sein Kontrahent eher passiv blieb. Im Finale scheiterte der Athlet der Turngemeinde trotz einer ansprechenden Leistung gegen den vierten Lokalmatador, Dimitrij Popp. Huber konnte zwar oft eine Griffüberlegenheit herstellen, musste aber die erste Wertung gegen sich an diesem Tage zulassen. Diese ließ sich trotz großem Engagement nicht mehr aufholen, am Ende blieb ein guter zweiter Platz.

Landestrainer Sascha Herkenrath war von dem Auftritt begeistert: „Colin bringt das Siegergen mit, was nicht jeder hat. Er ist sehr diszipliniert und fokussiert, dabei immer respektvoll und fair“.

TG-Starterin Emma Senkler belegte in der Klasse bis 57 kg nach einer ausgeglichenen Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen in der Mädchenkonkurrenz am Sonntag Rang Fünf. Senkler verlor ihre Auftaktbegegnung und musste in der Trostrunde weitermachen. Dort konnte sie zweimal punkten bevor sie im Kampf um Platz Drei unterlag.

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